© Phoenix
Kreis statt Kasten

Phoenix räumt auf: Neues Design und Logo in Petrol

4. Juni 2018 um 19:10 Uhr – Marcel Pohlig

Hübsch war Phoenix auch seit dem vergangenen Redesign nie wirklich. Als Sender, der sich weitestgehend der Politik verschrieben hat, hat man es Phoenix aber nicht übel genommen. Das Redesign ist dennoch begrüßenswert.

Früher war Phoenix noch blau und orange und musste alleine darüber schon die Zugehärigkeit zu ARD und ZDF signalisieren, vor vielen jahren entfiel dann zumindest das Blau und machte Platz für viele weiße Flächen – im Logo, wie auch im restlichen On-Air-Design. Ein Schritt, der optisch zwar Langeweile ins Programm brachte, aber für Phoenix durchaus logisch war: Ohne der Hauptfarbe einer großen Partei positionierte sich Phoenix als neutrale Instanz. Zum Glück ist aber nicht nur weiß neutral belegt.



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Auch Petrol ist keine Farbe einer großen Partei und kann diese Rolle genauso gut ausfüllen. Es ist eine angenehme Zwischenlösung zwischen sachlichem Blau und einem Wohlfühlambiente, das insbesondere dank des Spiels mit vielen schwar-weiß-Inhalten hinter dem angeschnittenen Kreis funktioniert. Der Kreis, offenbar eine Übersetzung einer Kameralinse, ist aber ein schönes Element und deutlich zeitgemäßer als der stilisierte Fernsehbildschirm des bisherigen Logos. Überhaupt: Wie sehr der Schriftzug davon profitiert, von seinem Kasten befreit worden zu sein! Und wie harmonisch der Claim nun unter den Schriftzug passt.

© Phoenix

Ein wenig zwanghaft wirkt allerdings der Umgang mit den Sendetiteln. Dabei ist zu verschmerzen, dass einige Sendungen oder Strecken sogar komplett umbenannt werden. Aber muss wirklich jeder einzelne Sendername künftig klein geschrieben werden? Das mag für die Einblendung in der Ecke des Bildschirms ja ganz nett aussehen und passt gut zum Phoenix-Logo, das ja auch klein geschrieben daher kommt. Im Fließtext dürften die Sendungen aber gerne auch trotzdem weiterhin vernünftig geschrieben werden. Positiv aber ist, dass das Phoenix-Logo on-air offenbar in die untere linke Ecke rutscht und damit, je nach Sendung, gleich in den Titel integriert ist. Spannend bleibt da nur, wie bei Fremdübernahmen von ARD und ZDF gehandelt wird. Vermutlich rutscht das Logo dann ja doch wieder nach oben.

Ebenfalls noch nicht ganz überzeugt bin ich von der Kombination aus Namenseinblendung und Info-Laufband, die in meinen Augen zu dicht beeinander stehen und vor allem aufgrund der Linksbündigkeit beider Balken eher so wirken, als würden sie auch inhaltlich zusammen gehören – so, wie in der Regel ja immer Zusatzangaben zu einer Person in einer zweiten Zeile stehen. Rot als Akzentfarbe ist passend, ein mildes Senfgelb als weiterer Akzent wirkt aber nicht ganz so harmonisch; insbesonder enicht bei Trailer-Abbindern als Träger für Schlagwörter. Das sieht zu gedrungen aus. Das neue Sounddesign ist dagegen ein Meilenstein und macht Phoenix auf einen Schlag zwanzig Jahre jünger.

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