In der Endtafel sitzt die Kugel wieder wie gewohnt in der Bildmitte und hält die Sendedaten, die nun im Balken freistehend über dem Bild liegen© MG RTL D
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Redesign ohne Frutiger

Neues Design: VOX verliert mit Schrift-Wechsel an Identität

19. April 2018 um 13:07 Uhr – Marcel Pohlig

Satt gesehen am bisherigen VOX-Auftritt habe ich mich zwar, dass es aber sogar schon über fünf Jahre alt war, hätte ich nicht gedacht. Am Mittwoch wurde nun ein komplett neuer Look eingeführt, mit dem VOX leider auch ein wenig Identität verlor.

Viel hat VOX in letzter Zeit, zum Beispiel in der Weihnachtskampagne, mit seinem Design gespielt und sich dabei vor allem auf flächigere Darstellungen mit reduzierteren Farben beschränkt. Es war wohl ein Vorgeschmack auf das neue Design von VOX. Das hält zwar die grundsätzliche Architektur bei, bricht aber ansonsten doch recht stark mit dem bisherigen Auftritt, in dem es vor lauter Farbverläufen und Hintergrundanimationen nur so wimmelte. Nur die Kugel ist nun plastisch – und dank der darin erfolgten Spiegelung wohl sogar plastischer als je zuvor.



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Dominanter ist die Kugel damit auf jeden Fall – und sie als zentrales Element zu nutzen ist irgendwie ja auch naheliegend. Noch finde ich die Spiegel ziemlich anstrengend, weil VOX sie auch konsequent während des ganzen Trailers durchzieht und damit die Aufmerksamkeit vom Trailer weg zur Kugel am unteren Bildschirmrand lenkt. Das mag man klug finden, weil dort ja auch die Sendezeit steht, aber gerade ein Trailer muss ja noch mit dem beworbenen Inhalt überzeugen. Vielleicht muss man sich aber auch nur gewöhnen.

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Dass die grundsätzliche Architektur beibehalten wurde – während des Trailers unten die Angaben, am Ende rechts der Mitte – finde ich gut. Es wären sonst wohl zu viele Veränderungen gewesen. Positiv ist, dass immerhin auch die Schrift während des Trailers am Bildschirmrand vergrößert wurde. Negativ, dass für die Sendezeit schwarz als Farbe gewählt wurde. Das funktioniert so wirklich nämlich nur in HD; auf meinem SD-Bürofernseher sieht es sehr schnell matschig aus. Da sind Schwarz und Rot halt nur selten eine gute Farbkombination. Die Endtafeln gefallen mir, auch wenn es hier sehr auf das vorhandene Bildmaterial ankommt. Die mit Mark Forster für „Sing meinen Song“ sieht derart ausgeleuchtet zum Beispiel gar nicht mal so gut aus.

Abschied von der Frutiger

Mit dem neuen Design hat sich VOX auch von seiner bisherigen Hausschrift, der Frutiger, verabschiedet und setzt fortan auf einen Schriften-Mix, zu dem neben einer sehr ARTE-desken Schrift für weiterführende Informationen eine Slab-Serife gehört. Diese nutzt VOX, auch das ist für den Sender bislang eher untypisch, nicht mehr ausschließlich Versalien. Das ist eigentlich ganz erfrischend.

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Und doch weine ich dem bisherigen Auftritt etwas hinterher. Denn viele Jahre, über viele Designs hinweg gehörte die Frutiger einfach zu VOX. Man hat sie so lange und vor allem so intensiv genutzt, dass sie zur Identität gehörte und gleich mit VOX assoziiert wurde. Der bisherige Auftritt war textlastig, auch nach Werbepausen erstrahlte der Sendungsname im unteren rechten Eck in diesem Font. Kaum ein Webauftritt eines Fernsehsenders ist stärker von der Typografie geprägt als der von VOX. Selbst Formatseiten haben dort nur den Titel der Sendung in der Frutiger im Kopf stehen, ein Bild oder Logo zur Sendung versteckt man kurioserweise am Seitenende. Der Wechsel der Hausschrift ist da schon überraschend. (Dass die Webseite noch nicht umgestellt wurde, ist ein ganz anderes Thema.) Mit dem neuen Schriftbild wirkt VOX nun deutlich beliebiger.

Kleiner positiver Effekt aber: Durch den Wechsel der Hausschrift sieht der HD-Zusatz auf VOX HD, dessen Logo entsprechend angepasst wurde, weniger klobig aus als bislang. Und wo wir schon in der Logo-Region sind: Dass Infobalken, die beispielsweise auf die nachfolgende Sendung hinweisen, nun über fast die komplette Breite bis ans Logo heranreichen, auch wenn nur vier Wörter drin stehen („Jetzt noch eine Folge“), ist unnötige Spielerei und bricht auch mit den Textbalken des übrigen Designs, die ja nach Ende des Textes stets abbrechen.

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