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Vor-Ort-Kritik

„Die Martina Hill Show“: „Knallerfrauen“ mit Anmoderation, aber ohne Show

26. Oktober 2018 um 19:47 Uhr – Marcel Pohlig

Mit den „Knallerfrauen“ füllt Sat.1 auch heute noch gerne Restflächen, nun bekommt Martina Hill eine eigene Show, die mit ihrem Namen im Titel auch viel verspricht. Doch kann „Die Martina Hill Show“ diese vergleichsweise hohen Erwartungen auch erfüllen?

Gemeinsam mit einem Freund war ich bei der Aufzeichnung zur vermutlich zweiten Folge, die dann in der kommenden Woche laufen dürfte. Martina Hill hat schon häufig unter Beweis gestellt, dass sie viel auf dem Kasten hat: Ihre Parodien in „switch reloaded“ waren super, in der „heute-show“ funktioniert sie in diversen Rollen auch vor einem Studiopublikum und mit den „Knallerfrauen“ hat sie eine würdige Nachfolge für „Ladykracher“ geschaffen und eine herrlich trockene Sketchcomedy geschaffen. Entsprechend habe ich mir viel von der ersten eigenen Show versprochen.

Doch schon das Studio irritierte. Ja, die schon in der Pressemitteilung zur Sendung betonte Showtreppe ist vorhanden. Aber ansonsten ist das Set doch sehr kahl. Mehr als einen großen Screen hat „Die Martina Hill Show“ nicht zu bieten. Die Bühne lässt sich wohl drehen, wovon wir im Studio aber nichts merkten. Immerhin ein voraufgezeichneter Sketch sorgte aber zumindest in diesem Punkt für Gewissheit. „Die Martina Hill Show“ hat nur leider ein großes Problem: An Show erinnert nur wenig.

Ist man ganz streng, handelt es sich eigentlich nur um ein Best Of aus „switch reloaded“ – Hill spielt unter anderem eine Teleshopping-Parodie und auch Larissa und Rebecca sind, natürlich unter Mitwirkung von Carolin Kebekus, zu sehen – und den guten alten „Knallerfrauen“. Dazwischen ist Hill zwar auch im Studio zu sehen. Dor spricht sie allerdings nur kurze Moderationen ein. Ein „Knallerfrauen“ mit Anmoderationen, woohooo. Nicht. Bei den Sketchen in „Knallerfrauen“-Manier bin ich mir dabei noch nicht einmal sicher, ob es überhaupt neue sind, oder ob nicht doch nur ins Archiv gegriffen wurde.

„Die Martina Hill Show“ wird allen gefallen, die auch die „Knallerfrauen“ mochten. Sie hat nur ein großes Problem: Martina Hill kann gar nicht zeigen, was sie alles auf dem Kasten hat. Der Spontanitätsfaktor beträgt quasi Null. Was schade ist, denn Hill hat schon häufig gezeigt, dass sie besonders spontan auch gut agiert. So auch bei der Aufzeichnung: Am lustigsten waren leider tatsächlich die unzähligen Aufzeichnungen für den Gang in die Werbung, die ziemlich frei performt wurden. Sehen wird man davon on-air aber nicht viel, schließlich wird die inklusive Werbung halbstündige Sendung ja kaum fünfmal für die Werbung unterbrochen. Ein Publikum hätte es für die Sendung nicht gebraucht – und Hills kurze, nur wenig authentisch wirkende Moderationsschnipsel vermutlich auch nicht. Zumindest erklärt das geringe Maß an Show aber, warum die Sendung nur am sehr späten Abend gesendet wird.

„Die Martina Hill Show“ startet heute um 23:15 Uhr in Sat.1 und läuft ab kommendem Freitag wöchentlich immer um 22:45 Uhr.

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