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Wow: Meine erste Critical Mass in Wuppertal

Critical Mass WuppertalGanz schön staubig hier, oder? Aber jetzt gibt es endlich mal wieder einen neuen Beitrag und das, wie seit letztem Jahr angedacht, auch gar nicht zum Thema Fernsehen 😉 Am Freitag habe ich zum ersten mal an einer Critical Mass teilgenommen. Mit 300 anderen Radfahrern startete an der Kluse in Wuppertal die große Tour durchs Tal.

Das Phänomen Critical Mass ist gar nicht mehr so neu, doch teilgenommen habe ich bislang nie. Auf Twitter wurde ich neulich wieder darauf aufmerksam gemacht und da mein Rücklicht seit ein paar Tagen endlich funktioniert, habe ich mir gestern spontan den nötigen Tritt in den Hintern gegeben und bin runter ins Tal geradelt. Immer am ersten Freitag im Monat startet dort an der zentralen Schwebebahnstation Kluse der große Verband aus Radfahrern. Das Wetter war noch einmal super und so habe ich mich gerne auf das für mich völlig neue und ungewisse Abenteuer eingelassen.

Was ist diese Critical Mass überhaupt?
Kommen mehr als fünfzehn Fahrradfahrer zusammen, dann bilden sie nach Straßenverkehrsordnung einen Verband; die „kritische Masse“ ist also ab fünfzehn Fahrern erreicht. Das erlaubt den Radfahrern, nebeneinander auf einer Spur zu fahren. Der Verband muss immer zusammen bleiben – was an Ampeln die Folge hat, dass der komplette Verband als zusammenhängendes „Fahrzeug“ die Kreuzung queren muss und das rote Licht somit nur für den vorne fahrenden gilt. Bei 300 Fahrern dauert diese also seine Zeit, ganz zur Freude mancher Autofahrer, die die Kreuzung queren wollen. Die Critical Mass findet in verschiedenen Städten und in der Regel zu festen Zeitpunkten (wie in Wuppertal dem 1. Freitag im Monat) statt.




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Als ich vor vier Jahren mein Rad angeschafft hatte, erklärte mich so ziemlich jeder für vollkommen bescheuert. Ein Fahrrad, in Wuppertal? Wo es eigentlich immer nur steil bergauf geht, wenn man nicht gerade die Talachse entlang radelt? Aber da haben wir doch immer noch so schöne Rad-Wanderwege wie gleich bei mir die sogenannte Sambatrasse, eine ehemalige Bahntrasse. In diesem Jahr habe ich dann endlich mal auch andere Routen getestet. Bin mal am Baldeneysee in Essen gefahren oder über Remscheid zur Müngstener Brücke und von dort ins Tal. Doch eines fehlte immer: Jemand, der mitfährt. Das war am Freitag mein Hauptansporn, nach einem eigentlich anstrengenden Tag doch noch zur Critical Mass zu fahren.

Und was soll ich sagen? Für mich als Anfänger war es ein sehr beeindruckendes Erlebnis, dabei zu sein. Ich war etwa im Mittelfeld und es war faszinierend: Nach vorne sah man den Kopf des Verbandes nicht und auch nach hinten ging es immer weiter. talradler.de hat 301 Teilnehmer gezählt, was einem neuen Rekord für Wuppertal entspricht. Sorgen, dass das Tempo vielleicht zu hoch ist, wurden recht schnell zerschlagen. Gemächlich bewegte sich die Kolonne in den Wuppertaler Osten. Dort machte sie eine kleine Schleife um einen Wohnblock – und zeigte dort seine massive Länge: Der Verband begegnete sich, was ein tolles Gefühl war. Lustig an einer Stelle natürlich auch ein Rotlicht-Blitzer, der durchgehend auslöste, bis der Film voll war. Aber die Bilder kriegt wohl leider niemand 😉

So mancher Autofahrer war natürlich überhaupt nicht erfreut und das sah man ihnen auch an. Ich kann es total verstehen, aber einmal im Monat dürfen die Regeln auch gerne mal im Sinne der Radfahrer sein, die von Autofahrern oft genug schikaniert werden. Schön zu sehen war aber, dass viele an der Ampel stehende Autofahrer hinter dem Steuer auch nur lachten und nicht ganz so verbittert sind wie manch andere. Leid taten mir so manche Fußgänger, die durch die Critical Mass recht lange auf das Queren der Straßen warten mussten. Oder wie eine Omi am Straßenrand sagte: „Schneller, schneller!“

Gut zwei Stunden ging die Tour, wenn ich mich recht erinnere. Dass ich noch einmal durch das halbe Tal radle, habe ich gestern Nachmittag auch nicht für möglich gehalten. Es war aber ein unheimlich tolles Erlebnis, das ich schon früher hätte mitmachen sollen. Es war definitiv nicht das letzte Mal. Ein paar Fotos von gestern gibt es auf meinem Instagram-Account. talradler.de hat außerdem wieder ein Video angefertigt:

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