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Was über Medien. Seit zehn Jahren.

DWDL.de-Topthema am 6. August 2011

Topthema bei DWDL.de am 06. August 2011

Der über Premiere verbreitete Musiksender Classica hat ein neues Programmkonzept, zu dem unter anderem die Sendung „Opern TV“ mit Einblicken hinter die Kulissen gehört. Premiere, das gibt es doch gar nicht mehr! Die Nachricht ist auch bereits zehn Jahre alt. Genau zehn Jahre alt. Wenn mich nicht alles täuscht, handelt es sich bei „Classica mit neuem Programmkonzept“ um den ersten veröffentlichten Artikel, den ich jemals geschrieben habe. Viele wollen etwas mit Medien machen, seit genau zehn Jahren mache ich stattdessen einfach etwas über Medien.

Medien und insbesondere das Fernsehen haben mich schon immer interessiert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich früher in Zeiten ohne Internet die Mediennachrichten von DWDL.de im Teletext von NBC Giga gelesen habe und mich immer sehnsüchtig fragte, wie dieses DWDL.de wohl im mir fremden Internet aussieht. Irgendwann folgte der Umzug in eine neue Wohnung und die Trennung von Altlasten und ich bekam dann auch endlich Internet auf meinem Rechner. Es ermöglichte mir, meine Leidenschaft auch online ein bisschen auszuleben. Da gab es eben weit mehr als nur ein paar Teletextseiten, dort gab es eine ganze Welt mit Infos und Diskussionen rund ums Fernsehen.




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Irgendwann gab es bei einer Seite dann auch mal einen Bewerbungsaufruf. Ich selbst kannte die Seite gar nicht, aber ein damaliger Kumpel wies mich darauf hin, dass ich mich doch einfach mal bewerben könnte, schließlich kenne ich mich gut aus und könne auch gut schreiben. Unsicher war ich, aber weshalb auch immer sagte ich mir damals „Warum nicht?“ und schickte an Weihnachten einen Probetext raus. Ich möchte es nicht Journalismus nennen, was ich damals im zarten Alter von 15 Jahren praktiziert habe – aber es war für mich ein massiver, großer Schritt, der es mir ermöglichte, mich selbst auszuprobieren. Über Medien schreiben, ja das ist etwas für mich.

Das große Ausprobieren ging weiter, knapp ein Jahr später beispielsweise in einem Fernsehblog. Bei TVBlogger konnte ich eine gänzlich andere Herangehensweise testen: Eine eigene Meinung mit einfließen lassen, Haltung beweisen und einfach sehr viel experimentieren. Das ist etwas, was ich später dann auch zu TVmatrix mitgenommen habe. Ich bilde mir ein, dass ich über die Jahre deutlich fundierter, aber auch lebendiger geschrieben habe. Dass ich bei TVmatrix irgendwann auch an der Gestaltung mitwirken konnte, war da natürlich eine weitere Bestätigung für mich. Während Andere nach der Schule Party machten, klebte ich vor dem Bildschirm und habe über das Fernsehen berichtet. Ganz schön bekloppt, mag man meinen.

TVmatrix zum ESC 2010Allerdings: Es hat mir weitestgehend eben große Freude bereitet und auch etwas gegeben, das ich von zuhause nicht kannte. Zu gern erinnere ich mich etwa an den ereignisreichen Sommer, als es bei Sat.1 drunter und drüber ging und dort plötzlich auch die „Tour de France“ lief. An einen Aprilscherz, in dem ich Comedy Central Family und VIVA Pop entstehen ließ und dabei (auch dank ungeprüfter Verbreitung bei einigen Kollegen) in manchen Häusern für so große Aufregung sorgte, dass der Scherz sehr fix aufgelöst werden musste. Und natürlich auch an das Wochenende, an dem Lena Meyer-Landrut für Deutschland den Eurovision Song Contest gewann und unsere Seite komplett vom ESC dominiert wurde.

Aber natürlich erinnere ich mich auch an leichte Verfehlungen. Ganz besonders ärgert mich noch heute dieser Fall: Als mir MTV das Aus von „MTV Home“ mit Joko und Klaas bestätigte, die Bestätigung aber in meinen Augen so schwammig war, dass ich daraus keine endgültige Meldung stricken wollte. Leider war es aber für ein weiteres Nachhaken bereits zu spät, es entstand nur ein sehr vager Bericht – und mir ging damit eine vermutlich sehr große Meldung flöten, die einen Tag später dann von den großen Kollegen verbreitet wurde.

Als es dann keine Einigung über den Fortbestand von TVmatrix gab, dachte ich vor bald vier Jahren eigentlich, dass es das war. Und ja, ich war schon etwas betrübt. Auch das Hobby war ja auf einmal weg, das konnte der Blog nicht kompensieren. Ich habe TVmatrix zwar nicht gegründet und habe die Anfänge verpasst, aber irgendwo habe ich so viel mitgewirkt und so viel Zeit investiert, dass ich es auch ein wenig als mein Baby betrachtete. Ein Adoptivbaby also quasi.

Doch das war es dann noch lange nicht. War DWDL.de Anfang des Jahrtausends noch per Teletext mein erster Draht zur Medienwelt, so wurde die Seite natürlich prompt die Startseite meines Browsers, als ich erstmal über Internet verfügte. Vor zehn Jahren legte ich selbst den Grundstein dafür, dass ich seit nunmehr dreieinhalb Jahren selbst für DWDL.de schreibe und von meinem ehemaligen Hobby meinen Lebensunterhalt bestreite. So schloss sich der Kreis. Vielleicht war es also doch nicht all zu bekloppt, sehr viele Nachmittage und Abende mit dem Fernsehen zu verbringen, indem ich über das Fernsehen schrieb.

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