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Wales – Ein Jahr danach

Wales - Ein Jahr danachIn diesen Tagen hat sich mein temporärer Umzug nach Wales das erste Mal gejährt. Egal ob im Studium, bei der Arbeit oder privat – seitdem ist viel passiert, und dennoch kommt mir die Fahrt zum Flughafen gar nicht so fern vor. Zeit, einmal zurück zu blicken auf das, was vielleicht fehlt und was ich in Wales gelernt habe.

Erst wollte ich nicht wirklich hin, dann wollte ich es am Flughafen noch viel weniger – und am Ende fiel der Abschied doch schwer, als wir noch einmal vor der versammelten Mannschaft in der Aula der Schule verabschiedet wurden. Mitte April 2013 ging es rüber nach Wales und ein bisschen was von dort fehlt mir schon.

Was mir aus Wales fehlt
Der Blick nach draußen – aus meinem Zimmer unter dem Dach habe ich beim Blick aus dem Dachfenster nur das gegenüberliegende Dach und ein paar Möwen gesehen, die noch dazu natürlich die Scheibe mit ehemaligem Körperinhalt verschmutzten. Doch eine Etage tiefer, im Wohnzimmer, war der Ausblick einfach phänomenal. Die Wohnung war direkt am Hafen und so haben wir immer das Meer, den Strand und die grüne Natur gesehen. Ein Ausblick, der definitiv fehlt.

Die Schule – Es ist nicht so, dass ich in der Schule viel machen durfte. Doch es war eben eine ganz andere Erfahrung in der Klasse zu sein, anstatt in der Uni von Seminar zu Vorlesung zu Seminar zu rennen. Eine ganze Horde Kinder kann zwar anstrengend sein – aber auch wahnsinnig toll. Und ein bisschen fehlt es auch, im Lehrerzimmer zwischen den Sprachen zu wechseln, wenn wir Deutsch sprachen und nach Eintreten eines Walisen schnell ins Englische wechselten 😀

Die walisische Natur – Als Mensch mit Heuschnupfen eigentlich gar nicht immer so toll, doch ist man einmal weg, dann fehlt auch die walisische Natur. Viel mehr haben die Walisen ja auch nicht, sie ist ihr Kapital. Grüne, verschafte Wiesen soweit das Auge reicht. Das vermisse ich selbst als Stadtmensch. Und an den Strand kommt man hier in NRW natürlich auch nicht so einfach.




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Leben mit der besten Freundin – Tja, was soll ich sagen? Auf zwei weitere Personen hätte ich gut verzichten können, doch meine beste Freundin und mich hat der Trip definitiv zusammengeschweißt. Und darüber bin ich sehr glücklich, weil ich vorher auch Sorge hatte, dass wir uns irgendwann einfach nur auf die Nerven gehen werden, wenn wir uns rund um die Uhr sehen. War an manchen schlechten Tagen so, dafür aber an guten Tagen überhaupt nicht – und die haben wir uns schon gegenseitig bereitet. Abends mal eben noch nach nebenan gehen oder sich einfach durch die papierdünne Wand unterhalten – ja, das vermisse ich wahrlich.

Britische Supermärkte – Neulich sagte ich, dass ich seit Wales weiß, dass ich nicht auswandern möchte; mir würden deutsche Lebensmittel einfach fehlen. Dabei bleibe ich auch heute noch. Doch um kurz vor 11 abends mal eben noch schnell zum Tesco gehen oder britische Süßigkeiten naschen, das ist hier eben nicht so einfach möglich. Deutsche Supermärkte haben zwar auch länger auf, liegen aber nicht vor der Haustüre. Und, ganz ehrlich, die unfassbar große Auswahl an (sättigendem) Mikrowellen-Essen fehlt. Und sie haben keine lustigen Selbstkassier-Möglichkeiten. Please take your items. Thank you for using Sainsbury’s self-checkout.

Freundlichkeit und mit Zug und Bus durch UK – mit der Zeit kannten wir auch alle Schaffner, bei denen wir morgens unser Ticket kauften. Als Angi einmal krank war und ich alleine fuhr, hatte die Dame sofort gefragt, was denn mit meiner Freundin sei. Hinter dem Rücken mögen Briten zwar auch anders sprechen, aber nach vorne ist es eine wahnsinnige Freundlichkeit, die einem allerorts begegnet. Und dann gibt es noch einfache Reisemöglichkeiten wie den Fernbus. In Deutschland gerade erst im Kommen, in Wales eine tolle Möglichkeit, um am Wochenende einmal zurück in die Zivilisation zu finden.

DVDs einfach bestellen – Lebensmittel mögen viel teurer sein, dafür sind andere Sachen wie DVDs in UK aber günstig zu bekommen. Ich bestelle mir zwar gelegentlich auch welche nach Deutschland – aber in Wales lebend war dies natürlich einfacher, schneller und noch günstiger.

Glücklich, wieder zuhause zu sein
Aber es gab natürlich auch Aspekte, die die Rückkehr nach Deutschland leicht gemacht haben und die reisse ich nur kurz an. Das Thema Fliegen ist erstmal erledigt. Das liebe soziale Umfeld ist wieder da und die eigene Wohnung bietet doch mehr Luxus. Ihr glaubt gar nicht wie glücklich ich am Tag der Rückkehr war, als ich in einem großen deutschen Supermarkt war! Als DWDL-Schreiberling und Fernseh-Liebhaber schadet es natürlich auch nicht, wieder auf richtiges Fernsehen zurückgreifen zu können. Und endlich wieder richtiges Internet, das nicht ständig überlastet ist und nicht funktioniert! Manchmal habe ich für das UK-Update für DWDL.de tatsächlich einen kompletten Tag benötigt – einfach weil die Verbindung so mies war oder ständig ausfiel. Deshalb gab es ja auch hier im Blog nur wenig zu lesen, es machte einfach keinen Spaß. Und das Leben ist hier doch deutlich günstiger als in der walisischen Provinz.

Würde ich noch einmal ins Ausland gehen? Vielleicht. Dann aber in eine größere Stadt. Regionen wie Pembrokeshire, wo Tenby ja lag, sind dann in meinen Augen doch eher Ausflugsziele und kein Ort, an dem ich mich längerfristig wohlfühlen würde.

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