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Unterwegs auf der Sambatrasse in Wuppertal

Sambatrasse im HerbstMein Kohlesäurezylinder war leer, was liegt da also näher als nochmal das Rad zu besteigen und ins Tal zu radeln? Okay, sicher vieles. Aber da ich die letzten beiden Tage nur dutzende Bücher durch die Gegend schleppte und bis zum Wochenende als Teil der Renovierung Möbel geschleppt habe, war eine kleine Radtour nochmal eine willkommene Abwechslung.

Das Wetter ist im Moment zwar uselig, aber dafür gibt es ja Regenjacken und -hosen. Letzte habe ich mir heute aber gespart, weil der Wetterbericht keinen weiteren Schauer ankündigte. Hätte ich vielleicht trotzdem machen sollen, die Sambatrasse ist nämlich nicht asphaltiert und entsprechend sieht meine Hose mittlerweile auch aus. Macht mir aber nichts, die muss jka ohnehin in die Wäsche. Weshalb ich bei dem Wetter überhaupt Rad fahre und nicht einfach mit dem Bus losziehe? Ehrlich gesagt sogar ein bisschen wegen des Wetters. Ich mag es, einfach los zu fahren und in der Natur zu sein. Wenn es etwas feuchter ist, finde ich es manchmal sogar reizvoller, weil ich mir auch immer einrede, dass die Luft dann so schön sauber ist. Ohne natürlich zu wissen, ob dem so ist. Aber Rad fahren ist für mich nicht nur Bewegung, sondern für den Kopf auch ein bisschen Urlaub. Einfach abschalten und die Umgebung wahrnehmen. Weil ich wusste, dass ich heute Abend noch einen Text für DWDL.de schreiben werde, war für mich dann schnell klar, dass ich spontan noch das Rad besteige.

Die Sambatrasse liegt im wahrsten Sinne des Wortes quasi direkt vor meiner Tür und war lange meine Standardstrecke. In diesem Jahr habe ich sie ziemlich vernachlässigt und habe lieber weitere Touren gemacht. Von Remscheid nach Müngsten, mit der Bahn zum Baldeneysee und dort herum fahren oder mal mit dem Bus nach Solingen und von dort über die tolle Korkenziehertrasse über Vohwinkel zurück in die Wuppertaler Innenstadt. Nur Samba tanzte mein Rad da nicht mehr häufig. Entsprechend galt es, diesen Missstand ein wenig vergessen zu machen. Und da ich noch in die Stadt musste, bot sich die Strecke diesmal auch an.




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Gestartet wird auf den Wuppertaler Südhöhen, genauer gesagt in Cronenberg am alten Bahnhof (älteres Foto bei Instagram). Blicke ich aus dem Fenster, kann ich sofort auf die Trasse schauen. Die Sambatrasse ist eine alte Bahnstrecke, die noch vor meiner Geburt stillgelegt wurde. Über die knapp elf Kilometer lange Strecke geht es hinunter ins Tal bis ins Zooviertel. Direkt bei mir am Start steht auch eine alte Bahn, die früher hier verkehrte. Natürlich habe ich Depp erst hinterher daran gedacht, für den Artikel auch mal ein paar Bilder zu machen, deshalb muss ich das Motiv nachreichen. Aber die Tanne habe ich fotografiert. Im Waldstück am Wilhelmring steht nämlich eine Tanne, die immer wieder wild dekoriert wird. Sie war schon ein Weihnachtsbaum, eine Ostertanne, ein Wunschbaum und im Moment hängt Herbstschmuck an dem Tännchen. Ich mag sie.

Am Freibad Neuenhof verläuft die Trasse auf einem kurzen Stück an der Schnellstraße und der Müllverbrennungsanlage der AWG entlang. Letztere hat den Vorteil, dass die AWG auch eine kostenlose Wasserstelle an die Trasse gebaut haben, doch die Schnellstraße raubt durch den Lärm ein wenig den Charme. So natürlich auch am anderen Tunnelportal. Gleich nach der AWG gibt es den leider rech verfallenen Bahnhof Küllenhahn und eine kleine Kleingartenanlage, offensichtlich mit einigen Bahnliebhabern. Ein paar Fundstücke aus früheren Bahntagen gibt es dort jedenfalls zu bewundern. Mitten im Wald gibt es auch eine kleine Gaststätte direkt an der Trasse. Dienstags ist aber Ruhetag und im Moment sind sowieso Ferien, sollte man bedenken. Ich Glückspilz wollte mir dort nämlich mal was zu trinken holen, als ich bergauf fuhr: Dienstags.

Eines der Highlights folgt am unteren Ende der Trasse. Dort gibt es am ehemaligen Haltepunkt Boltenberg nicht nur ein wunderbar erhaltenes Gebäude zu bestaunen. Nein, weil der Zoo sich in den Jahren des Stillstandes auch über die alte Bahnstrecke hinweg vergrößert hat, kreuzt die Sambatrasse den Zoologischen Garten hier sogar mittels einer Brücke. Wenn man Glück hat, sieht man im Sommer von hier aus auch die Tiger im Freien spazieren. Hat man Pech, dann wird man von den Tigern gefressen. 😉 Kurz dahinter endet die Trasse auch in einem Wohngebiet.

Ich mag die Trasse und fahre sie gern, auch wenn es in Richtung Tal natürlich weitestgehend bergab geht. Das macht Spaß, ist aber natürlich nicht all zu viel Training. Meistens fahre ich dann noch über die B7 und das Luisenviertel bis nach Elberfeld; heute musste ich dort ja ohnehin hin, um ein paar Besorgungen zu erledigen. Wer die Sambatrasse nicht kennt, sollte sie aber mal besuchen. Auch im Herbst und als Spaziergänger ein schönes Stück Wuppertal.

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