Werbung
© ZDFneo / FEEDME
Sieh's mal neo

Neues Design für ZDFneo: Grelb, grelb, grelb, sind alle meine Kleider

Marcel Pohlig
24. August 2017 um 17:46 Uhr

Seit bald acht Jahren ist ZDFneo bereits auf Sendung. Das Design wurde dabei nie angefasst – Zeit wird es also. Ab dem 1. Oktober erstrahlt der Sender nun in einem neuen Look, bei dem auch das Logo ersetzt wird.

Auffallend beim neuen Logo ist vor allem, dass die Farbe Orange entfällt und sich ZDFneo damit ein stückweit unabhängiger von der Mutter macht. Ganz so mutig wie bei NITRO ist man in Mainz zwar nicht und führt das „ZDF“ weiter im Namen und Logo, aber für das deutlich gewachsene ZDFneo ist es dennoch ein entscheidender Schritt. Setzte das alte Logo noch ausschließlich auf Text und den Unterstrich, der als Element im gesamten Design auftrat, hat ZDFneo künftig erstmals ein richtiges Icon: Eine angeschrägte Fläche, sehr kantig, fast wie eine vereinfachte Flagge. Irritierend ist dabei nur, dass der Unterstrich mit ins neue Logo geschleppt und unter das o gepflanzt wurde. Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme erschließt sich nicht, aber immerhin gibt es einen Gegenpol zum ZDF-Schriftzug. Nach rechts kippt das Logo optisch dennoch.

© ZDFneo / FEEDME

Eigenständiger präsentiert sich das zweite Zweite mit dem neuen Logo auf jeden Fall. Zugleich bricht damit aber auch das Logo-System der Digitalkanäle des ZDF. Nachdem ZDFkultur aber ohnehin schon begraben wurde, ist das ein vernünftiger Schritt, bei dem man sich fragen darf, ob ZDFinfo dann auch bald renoviert wird. Ganz nebenbei vollendet die baldige Umstellung übrigens den Tod der Klavika in Fernsehdeutschland: Eurosport verzichtet bereits seit dem von Discovery verpassten Redesign auf die technischere Schriftart und Sat.1 hat die Klavika beim letzten Redesign im vergangenen Jahr auch zu den Akten gelegt. Auffallend beim Logo: Auf die Farbe Orange wird nun völlig verzichtet.

© ZDFneo/FEEDME

Auffallend beim Design: Auf die Farbe Orange wird doch nicht verzichtet. Als runder Sticker wird Orange weiterhin genutzt, um den Slogan „Sieh’s mal neo“ auf die Grafik zu pappen. Dieses Element gab es auch schon im bisherigen Auftritt, allerdings in unterschiedlichen Farben aus dem Design. Hier will der orangefarbene Klecks nun gar nicht mehr passen, stellt aber zumindest noch einmal eine optische Verwandtschaft zur Mutter ZDF her. Auch die setzt ja auf orange Kreise, nicht nur im Logo. Neue Grundfarben von ZDFneo sind jedoch ein Türkis, ein Farbton namens Brombeer, und als Hauptfarbe dient ein vermatschtes Gelb-Grün, das in Mainz als „Grelb“ bezeichnet wurde – allesamt grelle und reduzierte Weiterentwicklungen aus dem bisherigen Farbauftitt.

Im Design selbst greift ZDFneo die neue Schräge konsequent auf, etwa in den Texttaffeln mit den Programminfos. Auch die Form des Logo wird dort als farbige Kontur verwendet und bietet einen hervorhebenden Rahmen für die wichtigen Informationen. Dabei belässt es ZDFneo allerdings nicht nur bei der aus dem Logo bekannten Form, sondern greift auch auf andere Formen, die ebenfalls wie eine vereinfachte, wehende Flagge ausschauen, zurück. Das funktioniert und lässt den Auftritt amerikanischer, zumindest aber jünger wirken. Nur invertiert möchte mir das ZDFneo-Logo auf dem grelben Grund nicht gefallen.




Werbung

Ohne Frage, die bereits veröffentlichten Beispiele sind sehr ansehnlich, insbesondere das leuchtende Türkis macht sich gut und wäre eine schönere Grundfarbe als das „Grelb“. ZDFneo wirkt damit frisch und im Vergleich zu allen anderen öffentlich-rechtlichen Programmen unkonventioneller, wenn nicht sogar jung. Da liegt aber das Problem: Wie hübsch sich das Design dann erstmal macht, wenn es auf die neo-Realität von deutschen Krimis, Mainzer Trödel und abgehangenen Dokus und Kochshows trifft, muss sich erst noch zeigen. Dem begegne ich mit noch größerer Skepsis, muss die Verpackung doch auch immer ein wenig zumindest zum Inhalt passen.

Was mich im neuen Design jetzt schon massiv stört ist eine schiere Hashtag-Epedemie, die auch entgegen jeder Nutzung von Hashtags bei Twitter ist. Niemand, und das wage ich mir als intensiver Twitter-Nutzer zu beurteilen, nutzt sperrige Hashtags mit Unterstrich. Diese künstlichen Hashtags wirken sehr gewollt, wie aus einer PR-Abteilung. Besonders kurios wird dies im Falle des „Neo Magazin Royale“, das selbst ja jede Woche einen neuen Phantasie-Hashtag hat – und im neuen ZDFneo-Design plötzlich auch als #NEO_MAGAZIN_ROYALE daherkommt (Bild bei DWDL.de). An dieser Stelle offenbart man leider, dass man vor allem jung sein will, es ist aber leider nicht wirklich ist. Die Hashtags sind in meinen Augen das erste Element, auf das man irgendwann, recht schnelll, wieder verzichten wird.

© ZDFneo/FEEDME

Das neue Logo von ZDFneo gibt es in verschiedenen Varianten. Neben der oben mehrfach sichtbaren Variante im kantigen kasten, gibt es auch eine Grundform, welche lediglich auf den Textteil und den Strich unter dem O setzt. Zusätzlich verfügt ZDFneo künftig über eine Variante mit einer Outline. Diese, über diesem Absatz zu sehen, ist insbesondere für die Fernsehzsuchauer wichtig, denn sie fungiert auch als Cornerlogo. Der Inhalt dürfte dann transparent sein, denn sonst ergibt dieser Schritt nicht wirklich Sinn. Dieses Logo wird auch in „zurückgenommenen Auftritten“ genutzt. Abseits dessen ist die ausgefüllte Variante von oben aber die überall genutzt – entweder in schwarz, oder eben invertiert in weiß.

Aufgefallen ist mir in den vergangenen Tagen auch ein Kommentar vom Wannabe-Konkurrenten ONE der ARD, der das Design ein wenig durch den Kakao zog und die Frage aufwirft, ob ZDFneo denn überhaupt einen eigenständigen Look hat. Der Schuss ging in meinen Augen aber nach hinten los: Erstmal sind farbige Flächen ja nicht unbedingt ein exklusives Merkmal – und dann ist ZDFneo durch die schwarze, kantige Form ja doch noch prägnanter als das klobige ONE. Mal ganz zu schweigen davon, dass ZDFneo ja weit mehr sein wird als nur eine einfarbige Fläche. Die gab es streng genommen ja auch jetzt schon.

Hinweis in eigener Sache: Urlaubsbeding kommt es derzeit leider zu Verzögerungen, die im Anschluss an die Entspannungsphase aber abgearbeitet werden 🙂

Werbung

1 Kommentar

  1. klaus wachsmuth

    Schlimmer geht es nicht.
    Was soll die Schräglage ???

    Bitte wieder das alte Logo,
    Es war schlicht und vom Desing
    Top.
    Was hat der Spaß gekostet ?

Hinterlasse einen Kommentar




Impressum | Datenschutzerklärung