Im August kündigte der Nachrichtensender n-tv an, noch vor der Bundestagswahl auf ein neues Logo umzustellen und dabei erstmals in der Geschichte des Senders auf den Bindestrich zu verzichten. Dieser Schritt wurde am Freitag vollzogen.

Schon bei der Ankündigung im August hieß es, dass an der Studiooptik nichts verändert werden solle. In diesem Punkt hat n-tv Wort gehalten: lediglich das Logo wurde in der virtuellen Grafik ausgetauscht. Noch mehr: Es wurde im Grunde gar nichts verändert, denn selbst das Nachrichtenintro wurde beibehalten. Auch hier wurde lediglich das Logo am Ende des Intros ausgewechselt und die Schrift entsprechend des neuen Auftritts angepasst.

Vorher / Nachher

© n-tv

Das ist ein bemerkenswerter Schritt. Es war auch in der Vergangenheit schon häufig so, dass bei n-tv Elemente nur schrittweise überarbeitet wurden. Dann hat es im Übergang aber wenigstens ansatzweise zusammengepasst. Nicht falsch verstehen, ich mag das alte (und zugleich auch aktuelle) Intro. Seit einem Jahr sah n-tv mit der Einführung des neuen Studios und der Intros endlich wieder konsequent durchgeplant und stringent aus.




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Jetzt passt aber eben gar nichts mehr, wie der obige Vergleich eigentlich ganz gut zeigt. Der aus verschiedenen, abgerundeten Lamellen gebildete Globus passte wunderbar zum bisherigen Logo und auch dem angeschlossenen Kasten, in dem der Sendungstitel stand. Der war eben auch abgerundet. Das ist das neue Logo nicht, die Animationen und der Globus sind es aber auch weiterhin. Gleiches gilt für den virtuellen Hintergrund im Studio. Das wird der Marke nicht gerecht.

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Dabei ist die neue Einfachheit ein toller Schritt, man müsste ihn nur konsequent vollziehen. An das neue Logo hat man sich schon durch die Berichterstattung über das Redesign gut gewöhnen können und die stark vereinfachten Bauchbinden und Ticker-Implementierung ist wunderbar. Es tut dem Programm gut, dass es nicht an verschiedenen Stellen funkelt, schließlich zählen nirgends die Inhalte mehr als bei einem Nachrichtensender. Die Transparenz der Schlagzeilen und Namenseinblendungen, nun bläulichgrau statt dunkelgrau, wirkt manchmal noch etwas zu durchlässig, aber auch daran kann man ja noch etwas machen (oder sich gewöhnen). Ungewohnt und unnötig ist, dass der Ticker sich bei Wetterdaten, und auch wirklich nur bei Wetterdaten, grau verfärbt. Ein Farbwechsel bei sonst weißem Ticker sollte Eilmeldungen vorbehalten sein.

Dass man gut mit der rechteckigen Fläche arbeiten kann, zeigen verschiedene Anwendungen, die neu aufgelegt wurden. Die Programmtrailer haben einen neuen Aufbau, der gefällt. Bei den Werbetrennern wechselte das Logo ins Zentrum und wird gut von der – im Übrigen schönen – Schrift begleitet statt im unteren Eck zu sitzen. Auch bei der Image-Kampagne sieht es gut aus, wie die Textfläche genau oberhalb des n-tv-Logos ausgestanzt wird. Es gibt also eigentlich auch ein Konzept, nämlich eines der Zentrierung, das aber nur im Kleinen angewandt wird. Das ist sehr schade.

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Die Schreibweise soll übrigens „bis auf Weiteres“ n-tv lauten, hat eine Sprecherin gegenüber der TELELUPE erklärt. Das wirkt aber nicht nur wegen der veränderten Schreibweise im Logo inkonsequent: Auch in den Sozialen Netzwerken hat n-tv bei einigen Profilen bereits den Bindestrich eliminiert. Letztlich verhält es sich beim Bindestrich also wie beim On-Air-Design: Nichts Halbes, aber auch nichts Ganzes.