Wahnsinnig erfolgreich ist der Rundfunk Berlin-Brandenburg im Fernsehen bislang nicht. Das soll sich aber nun ändern: Mit neuen Programmen und Strukturen und auch mit einem selbstironischen Design, mit dem das rbb Fernsehen in die neue Saison startet.

Während andere Dritte insbesondere auf ihre Informationskompetenz setzen und diese nach außen vermarkten, ist der rbb ein wenig mutiger (oder verzweifelter) und versucht es jetzt einfach mal mit Humor. „Bloß nicht langweilen“ ist das neue Motto, das sich durch den kompletten Auftritt des rbb Fernsehens zieht. Das macht es in meinen Augen sehr schwierig, die ernsteren Nachrichtenmarken überhaupt zu bewerben und passt auch nur schwer zum belanglosen Programm des rbb – seit dem Aus von „Polylux“ ist die Anstalt aus meiner privaten Wahrnehmung verschwunden –, ist aber immerhin mal etwas völlig anderes, insbesondere für ein Drittes.

© RBB

In einem knalligen Rot präsentiert sich der rbb insgesamt und auch das rbb Fernsehen seit ein paar Tagen. Das sattere Rot hilft dem rbb prompt, besser wahrgenommen zu werden, wenn man erst einmal über ihn stolpert. Der Schriftzug ist, befreit von der ARD-Trademark, zwar geblieben, wurde aber in einen roten Kasten verfrachtet. Der ist rechts angeschrägt; diese Fläche erscheint im TV erst nach einem Pling. „Lockerheit und Kante“ will man im neuen Auftritt und Programm beweisen – und überträgt das auch gleich ins Logo. Positiv dabei: plötzlich hat der rbb dank des Kantenklotzes ein prägnanteres Gestaltungselement. Bislang nutzte man ja immer nur den wenig ansehnlichen Bogenanschnitt aus dem Schriftzug.




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Der kantige Look beschränkt sich leider aber vor allem auf den Kantenklotz, denn ansonsten setzt der rbb durchwegs auf die fette, schräg gestellte Schrift, auch bei Trailern. Im Programm selbst fällt ansonsten hauptsächlich eine abstrakte Variante der Kante auf, die im Übergang zwischen zwei Trailern von der einen zur anderen Seite über den Bildschirm wandert (hier zu sehen im Video auf der Kampagnenseite). Ich würde mir wünschen, dass man ein bisschen mehr damit gespielt hätte. So wirkt das rbb Fernsehen, auch wegen der Farbgebung, schnell wie ein Klon des WDR Fernsehens. Anders als im Westen, wo auch ein Jahr nach dem Logowechsel noch immer das alte im WWW prangt, hat der rbb aber immerhin auch gleich den Internetauftritt angepasst.

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Letztlich ist der rbb aber doch noch immer eine öffentlich-rechtliche Anstalt, weshalb das neue Logo längst noch nicht an allen Stellen zu sehen ist. Der Wechsel über das Unternehmen hinweg soll aber bis ins kommende Jahr hinein auch vollzogen sein.

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„Selbstironisch und mit neuen Trailern und Plakatmotiven steht die Kampagne für den rbb, wie wir ihn uns wünschen: mutig und charakterstark, locker und selbstbewusst. Wir sind der Sender für die Hauptstadtregion, das wollen wir im Programm und auch in unserem Außenauftritt immer wieder unterstreichen“, erklärt Intendantin Patricia Schlesinger die neue Kampagne. Bleibt zu hoffen, dass aus ihrer Wunschvorstellung im Sinne der Zuschauer auch ein reales Gebilde wird. Langweilig dürfte es den Verantwortlichen bei diesem Vorhaben wohl wirklich nicht werden, womit das Motto der neuen Kampagne doch recht passend ist.