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Reisen für einen Euro: Meine Erfahrungen mit Megabus

Über Pfingsten ruht der Betrieb in der Universität traditionell, auch wenn das natürlich noch lange nicht heißt, dass man zuhause nicht ein wenig was zu tun hat. Ganz im Gegenteil sogar, ich hatte gefühlt noch mehr zu erledigen als ohnehin schon. Für die Laune, nicht aber die Zeit, passte es mir da ganz gut, dass ich schon vor einigen Wochen ein paar Touren quer durch’s Land und über die Grenze gebucht habe. Und dabei habe ich nun auch mit Megabus einige Erfahrungen gesammelt.

Zugegeben: Megabus war mir nicht fremd, auch nach und in Großbritannien bin ich mit den blauen Bussen mit gelbem merkwürdig dreinschauendem Maskottchen bereits gefahren. Allerdings waren es meine ersten Fahrten, seitdem es Fernbusse auch innerdeutsch gibt und seitdem Megabus auch in Deutschland präsent ist. Also zumindest mit einer eigenen Webseite und bewarnwesteten Männchen an den Haltestellen, wie in meinem Fall an der nun äußerst abseits gelegenen Haltestelle am Köln/Bonner Flughafen (aber das ist eine andere Baustelle und wird mich in Zukunft eher nach Düsseldorf verschlagen). Denn das ist vielleicht bereits der erste Aspekt, den man bedenken muss: Die Fahrten waren letztlich weiterhin internationale, die aber eben hierzulande Station machen. Das war bei der Fahrt nach Antwerpen wenig verwunderlich, auf der Tour nach Frankfurt am Main aber vielleicht doch etwas ungewöhnlich.




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Zu erkennen ist das nicht nur an den belgischen Nummernschildern der Fahrzeuge, sondern auch am Personal. Denn die Fahrer können in der Regel kein Deutsch, weshalb das bewarnwestete Helferlein ja an der Haltestelle steht. Dass das Publikum entsprechend auch internationaler ist, finde ich nicht schlimm und fast sogar schon interessant. Wer sein Smartphone oder Tablet nutzen möchte, der merkt übrigens noch an einem ganz anderen Umstand, dass es keine deutschen Fahrzeuge sind. Megabus hat nämlich zwar WLAN mit an Bord, das funktioniert in Deutschland aber quasi überhaupt nicht. Wenn es denn mal klappt, braucht man viel Geduld. Sehr viel Geduld. Sehr sehr viel Geduld, um eine reine Textseite abzurufen oder seine Tweets zu checken. Was das mit Deutschland zu tun hat? Nunja. Kaum haben wir die Grenze nach Belgien überquert, war das Internet flüssiger als fließendes Wasser. Da scheint sich Megabus in Deutschland wohl leider ein entsprechendes (Auslands-)Datenpaket zu sparen.

Die Ausstattung an sich ist aber ansonsten ordentlich. Es gibt nicht nur Steckdosen zwischen den Sitzen, sondern zusätzlich auch USB-Steckplätze unterhalb der Fenster. Da an Bord ja meist vor allem Handys aufgeladen werden, finde ich das eigentlich einen ziemlich netten Zug. Der Sitzabstand könnte zwar etwas größer sein und da habe ich bei MeinFernbus Flixbus auch schon deutlich mehr Freiraum erlebt, aber selbst für mich als Mann mit knapp zwei Metern Länge war es aushaltbar. Für deutlich längere Touren würde ich aber dennoch lieber auf einen anderen Anbieter ausweichen, weil man ja nicht immer weiß, wie sehr der Bus ausgebucht ist und ob man zwei Plätze für sich beanspruchen kann.

Next stop: Frankfurt am Main ?

Ein von Marcel (@dasniveau) gepostetes Foto am

Die Internationalität des Anbieters macht sich übrigens auch in einem anderen Faktum bemerkbar. Bei anderen Anbietern war ich es gewohnt, dass es nach jedem Stop auch eine obligatorische Durchsage gibt. Toiletten, Anschnallpflicht, etc. Eine Ansage gab es aber nur bei meiner Heimkehr aus Frankfurt, dann aber immerhin sogar auf Deutsch, Englisch und Französisch (der Bus fuhr bis nach Brüssel durch). Sie beschränkte sich aber auch nur auf das nächste Ziel und die voraussichtliche Ankunft. Auf Anschnallpflicht wurde bei keiner der vier Fahrten hingewiesen. Genauso gab es bei der Rückkehr aus Antwerpen, der einzig deutlich verspäteten Fahrt, leider auch keine Info über die voraussichtliche Ankunftszeit. Als wir bei Aachen pausierten, bekamen einige an Bord wohl zwar eine Mail, in der 25 Minuten Verspätung angekündigt wurden. Die bekamen aber nicht alle (ich auch nicht) und zu dem Zeitpunkt war dank Apps wie Google Maps auch schon klar, dass wir noch rund eine Dreiviertelstunde brauchen. Der Fahrer versuchte das auch der Zentrale durchzugeben, doch dort sprach man Deutsch und Englisch – der Fahrer allerdings nur Französisch, was durchaus amüsant war anzuhören.

An sich bin ich aber sehr zufrieden. Die Fahrt nach Frankfurt war genauso pünktlich wie die Tour am gleichen Abend zurück nach Köln. Als wir am Pfingstsonntag nach Antwerpen fuhren, sind wir mit gerade einmal zehn Minuten Verspätung angekommen, zurück kamen wir am Pfingstmontag abends mit rund einer Stunde Verspätung. Das lag vor allem an den Verhältnissen in Brüssel, wo es auf der Einfahrt nach Brüssel einen Unfall gab, der für Staus sorgte. Und am Bahnhof in Brüssel gab es sehr großes Chaos, weil offensichtlich keiner wusste, welcher Passagier zu welchem Bus gehört. Dort standen wir dann über eine Stunde im ausgeschalteten Bus, der dadurch auch keine Lüftung aktiv hatte und etwas stickig wurde. Leider auch hier übrigens ohne Information, was ich ärgerlich finde.

Würde ich nochmal mit Megabus fahren? Vermutlich. Die Tour nach Antwerpen war durch den Schlenker nach Brüssel zwar nicht die schnellste – hier ging es mit dem IC Bus der Deutschen Bahn letztes Jahr doch fixer –, doch das wusste ich ja schon vor der Buchung. Entschieden habe ich mich für Megabus nämlich vor allem wegen des Preises. Ihr seht es ja oben auf dem Bus, sie werben damit, dass man ab einem Euro fahren kann. Und was soll ich sagen: ja, diese Tickets gibt es wirklich, wenn auch vermutlich nur als Aktion. Ich habe für jede Fahrt nur jeweils 1 Euro gezahlt und das kann so schnell niemand nachmachen. Da nimmt man auch schon einmal einen Schlenker nach Brüssel in Kauf.

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