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© NDR

Real gewinnt: Der Wandel der „Tagesschau“

Am Karsamstag ist es endlich soweit: Die „Tagesschau“ bezieht das neue Studio, auf das schon so lange gewartet wurde. Bereits seit 2005 gab es keinen großen Umbruch mehr – oder doch? Im neuen Studio ist alles real. Eine Änderung, die in den letzten Jahren erfreulicherweise bereits schrittweise umgesetzt wurde.

Schaut man sich das Studio der „Tagesschau“ und der übrigen Info-Sendungen in diesen Tagen an, dann ist das Bild durchaus vertraut. So sieht das Info-Flagschiff der ARD doch bereits fast ein Jahrzehnt aus. Gut, der Vorspann wurde mal an das überarbeitete Design vom Ersten angeglichen und bekam später einen Look, den wir aus der App kennen und der auf das neue Studio-Design vorbereitet. Aber ansonsten sieht alles gleich aus.

„Nachrichten leben von Verlässlichkeit, Sicherheit und Glaubwürdigkeit. Dem folgt die Grundidee des neuen Studios: Alles, was die Zuschauer auf dem Bildschirm sehen, ist real im Studio vorhanden.“
— Kai Gniffke, Erster Chefredakteur ARD-aktuell




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Erfreulicherweise ist dies nicht der Fall. Denn was nun groß gefeiert wird, der Schritt in ein reales Studio, wurde bereits in den letzten Jahren erkannt und im Rahmen der Möglichkeiten des alten Studios umgesetzt. Darauf wurde ich heute auf den internen Seiten der „Tagesschau“ aufmerksam, als ich mir alte Intros ansah. 2005, beim letzten großen Relaunch, sah das Studio nämlich doch deutlich anders aus, als wir es heute kennen. Der Sprecher stand noch in der Mitte, und nicht am Ende des Tisches. Der Tisch war außerdem deutlich kühler – und es gab vor allem keinen großen Screen im Studio, auf dem die Marke „Tagesschau“ dominiert und der eine ganz andere Präsentationsmöglichkeit für die „Tagesthemen“ bot. Stattdessen schwebten Landkarten durch das Studio. Denn real waren hier nur der Tisch, der Boden und der Sprecher. Im Hintergrund setzte man bei ARD-aktuell damals noch auf vollflächige Animation.

Tagesschau damals / heute

Die „Tagesschau“ beim Relaunch 2005 und heute.

Bereits in den vergangenen Jahren hat ARD-aktuell anders als das ZDF mit dem orientierungslosen Riesenstudio erkannt, dass ein reales Bild ohne viel Spielereien in einer Nachrichtensendung die richtige Entscheidung ist. Im Nachhinein ist es fast schon erschreckend, wie unruhig die „Tagesschau“ im Jahr 2005 noch war. Die Welt steht im wahrsten Sinne des Wortes für einen Moment still und schwebt nicht mehr durch die Gegend – die echte Nachricht steht im Vordergrund. Die reale Technik hat nun zu einer großen Verzögerung geführt – doch ich finde, anhand der Bilder und der ZDF-Erfahrung kann man sagen: Sie wird sich lohnen.

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