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Mit dem Fahrrad im Fernbus, ohne Kette im Pfälzerwald

© Foto: Marcel Pohlig

In der vergangenen Woche war ich mal wieder in der Pfalz bei der Familie meines Typen. Diesmal sind wir allerdings etwas anders angereist: Er radelte bereits am Wochenende los, ich entschied mich für die Kombination Fernbus + Fahrrad. Alles hätte so schön sein können …

Dass ich nachkomme, stand außer Frage. In der Pfalz ist es immer schön und langsam verstehe ich die Menschen da sogar fast komplett. Die Frage war nur: Wie soll ich anreisen? Ich bin kein großer Fan der Bahn, die ja vor allem durch schlechtes Klima, enge Sitzabstände, langweilige Pampa-Fahrten sowie fehlendem Strom und Internet bei vergleichsweise hohen Preisen auffällt. Spätestens seit meiner Zeit in Großbritannien bin ich ein riesiger Fan von Fernbussen und habe mir daher gedacht, dass ich dies einfach auch mal hierzulande ausprobieren muss. Und dann natürlich sofort in der Königsdisziplin: Gemeinsam mit meinem riesigen Fahrrad.

Was bei der Bahn gar nicht so unkompliziert ist, war bei Meinfernbus Flixbus überhaupt kein Problem. Für die Strecke von Düsseldorf nach Mannheim gibt es einige Fahrten, bei denen man auch ein Fahrrad mitnehmen kann und 9 Euro für das Fahrradticket finde ich vollkommen okay. Für meine Wenigkeit habe ich 11 Euro gezahlt und war damit auch nicht teurer als mit der Bahn, hatte alleine durch Steckdose und WLAN aber schon einen gehörigen Mehrwert. Mit einem Sitzplatz auf der oberen Ebene direkt an der Frontscheibe hatte ich außerdem einen tollen Ausblick und eine wirklich gemütliche, stressfreie Anreise.

Denn die Fahrradmitnahme ist wirklich denkbar unkompliziert. Mein Bus hatte am Heck eine entsprechende Transportbox, in der das Fahrrad kopfüber eingehangen wurde. Ich brauchte mein Rad nur in die Hände des freundlichen Fahrers übergeben und hatte nichts damit zu tun; auch meine Fahrradtaschen hätte ich dort noch unterbringen dürfen, aber die wollte ich lieber mit in den Bus nehmen. In Mannheim einmal angekommen, wurde das Fahrrad einfach wieder aus der Box entlassen und ich konnte davonsausen. Vorher hatte ich wirklich ein bisschen Sorgen, dass mein XXL-Rad vielleicht sogar zu groß sein könnte, schließlich habe ich in mancher Bahn damit tatsächlich Längenprobleme und passe an einigen Bahnhöfen auch nicht in den Aufzug. Diese Sorgen waren aber unbegründet.




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Doch eigentlich wollte ich ja in die Pfalz und nicht nach Mannheim. Und deshalb war das Rad auch dabei. Was nämlich folgen sollte war eine schöne Radtour von Mannheim über Ludwigshafen und Bad Dürkheim durch den Pfälzerwald nach Kaiserslautern, wo es sich des Typens Schwester bequem gemacht hat. Sieht man davon ab, dass ich mich am gut ausgebauten Fernbusbahnhof in Mannheim kurz nicht zurechtfand, war es bis zum Pfälzerwald eigentlich eine recht simple Fahrt, die über gute Radwege quasi durchgehend einfach nur geradeaus verlief. Am Ortsausgang von Bad Dürkheim gab es an der Bundesstraße leider einen viel zu schlecht einsehbaren Fahrradweg, der durch einen zu hohen Bordstein von der Straße aus gar nicht erreichbar war, aber wat willse ma’n.

Der Pfälzerwald ist bei den derzeitigen Temperaturen besonders fies, denn er geht stetig bergauf und ist im Bereich der Straße doch sehr der Sonne ausgesetzt. Aber die Stetigkeit der Steigung macht es dann gar nicht soo schlimm – und kurz vor dem „Gipfel“ gibt es mit dem Isenachweiher eine wunderschöne Möglichkeit, einmal eine Rast einzulegen, wahlweise auch in der dortigen Gaststätte. Ein Passant scherzte da noch, was ich denn mit dem Fahrrad machen würde, wenn ich einen Platten habe. Es sollte ein schlechtes Omen sein.

Nach der kurzen Pause machte ich mich nämlich an das letzte Stück der Steigung; leider gab es ab dem Isenachweiher keinen Radweg mehr, sodass ich über die Straße fahren musste, bei der Tempo 70 bereits aufgehoben wurde. Und plötzlich tat sich nach einem gefühlten Kilometer nichts mehr. Ich drehte mich um und sah nur die Kette auf der Straße liegen. Was für eine Scheiße! Das Rad ist noch keine zwei Monate alt gewesen und schon hänge ich da: Kein Platz um von der Straße runter zu kommen, die Autos rasen vorbei, Werkzeug fehlt, ich kenne mich vor Ort überhaupt nicht aus und Netz hatte ich dort natürlich auch nicht. Ich hab die Kette zwar kurz wieder zusammen bekommen, aber mangels Werkzeugs konnte ich sie nicht wieder richtig verschließen. Langsam wurde ich panisch und versuchte Autos anzuhalten. Klappte aber natürlich lange nicht, bis ein freundlicher Pfälzer anhielt und im Blaumann ausstieg. „Yes, der muss doch Werkzeug haben“, freute ich mich – leider zu früh. Aber er fuhr einen Minivan und bot sofort an, mich zum nächsten Bahnhof mitzunehmen. Ich war schon lange nicht mehr so dankbar.

Ich hätte das Rad natürlich auch in Kaiserslautern reparieren lassen können, doch danach war mir nicht. Das Fahrrad ist noch viel zu jung; die Kette zwar ein Verschleißteil, aber doch nicht nach ein paar Wochen schon. Also fuhr ich lieber am Montag in der Heimat wieder zum Händler nach Düsseldorf. Dort hat mich der Service wirklich extrem gefreut. Ich brauchte meinen Satz gar nicht erst beenden, da haben sie mir sofort die umgehende Montage einer neuen Kette versprochen. Sie schämten sich irgendwie schon fast dafür, dass sie so schnell riss, dabei konnten sie ja wirklich überhaupt nichts dafür. Letztlich bin ich aber sehr froh, dass ich mein Fahrrad bei Lucky Bike gekauft habe. Das hat mir dieser Vorfall und der tadellose Service nun noch einmal bewiesen.

Und das ist die Tour, die ich letztlich geschafft habe. 20 Kilometer und auch die Talfahrt hatte ich noch vor mir:

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