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© Marcel Pohlig

Mein Fahrrad – A never ending story

Schon auf meiner Tour nach Kaiserslautern, bei der bekanntlich keine zwei Monate nach dem Kauf bereits die Kette riss, verflog die Freude über mein neues Fahrrad langsam. Und was soll ich sagen? Gebessert hat sich meine Beziehung zum Rad nicht, denn Mitte August auf der Reise zum #tworf gab es schon wieder immense Probleme.

Drei Monate war das Fahrrad zu diesem Zeitpunkt gerade einmal alt und nach der ziemlich ärgerlichen Panne vor Kaiserslautern dachte ich eigentlich, dass ich nun erst einmal Ruhe haben werde. Doch dem sollte natürlich nicht so sein. Als wir von Rheine aus in Richtung Osnabrücker Umland aufbrachen, bemerkte ich ein wiederkehrendes Geräusch. Anfangs dachte ich noch, dass es schlicht am Kettenschutz liegt und dieser im übervollen Zug vielleicht ein wenig was abbekommen hat, doch auch nach der Demontage machte das Fahrrad noch immer komische Laute. Und noch viel schlimmer für mich: ich habe, sobald ich etwas schneller als Schrittgeschwindigkeit fuhr, auch jeden einzelnen Tritt gespürt, sodass ich keinesfalls den Weg zum #tworf geschafft hätte. Also mussten wir in Rheine noch einen Zwischenstopp bei einem Radhändler einlegen.




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Dort hatte der Mechaniker zwar auch gleich eine Befürchtung, wollte aber erst einmal die Pedale zur Probe austauschen. Brachte natürlich nichts und so lag er mit seinem Anfangsverdacht, den wir auch schon hatten, doch tatsächlich richtig: Das Tretlager war nicht mehr in Ordnung. Als der wirklich sehr freundliche Mitarbeiter das Rad entsprechend zerlegte, kam ein staubtrockenes Tretlager ans Tageslicht. Kein Wunder, dass dieses nicht mehr richtig laufen wollte, geschmiert und gefettet war da leider überhaupt nichts. Ob dies nach gerade einmal drei Monaten denn schon sein könne? Ganz klar ein Montagefehler, so die Diagnose des Mechanikers. Hurra!

Das wollte ich natürlich nicht einfach ruhen lassen, genoss aber – nun, wo das Tretlager ordentlich geschmiert wurde – erst einmal die Fahrt zum #tworf und natürlich auch das Event an sich. Montags fuhr ich dann gleich wieder nach Düsseldorf zu Lucky Bike. Geplant war dies sowieso schon, da ich noch immer immense Lautstärkeprobleme mit meiner Bremse hatte und so „lohnte“ sich die Fahrt natürlich gleich doppelt. Also trug ich dort meinen Ärger über die miserable Qualität des Rads, das mich immerhin mein Erspartes gekostet hat, vor und verlangte auch ein weiteres Mal, dass endlich etwas an den Bremsen gemacht wird. Es hörte sich ungelogen so an, als würde ein Güterzug durch die Straßenschluchten brettern, wenn ich bei niedrigem Tempo bremste!

Wirklich hilfsbereit erschien der Mitarbeiter von Lucky Bike zunächst aber leider nicht. Er könne meinen Ärger zwar verstehen, aber ich sollte mir auch bewusst sein, dass Lucky Bike dafür schließlich nichts könne; die Hersteller würden an allen Ecken sparen und dann passiere halt auch so etwas wie in meinem Falle mit dem Tretlager. Bei der Masse an Fahrrädern könnten sie ja auch nicht alle noch einmal bis ins Detail prüfen. Die Bremsgeräusche seien außerdem normal, da sie nur auf 50 bis 60 Kilogramm ausgelegt seien – was bei einem Fahrrad, das für 170 kg zugelassen ist, ja doch etwas verwunderlich ist. Entsprechend solle man sich auch beim Hersteller beschweren und nicht in den Laden kommen. Da er mir aber zugehört habe, werde er das Fahrrad dennoch aus Kulanz in die Reparatur nehmen, auch wenn sein Chef wieder wegen einer teuren Gratisbehandlung Theater machen würde. Ich solle mir bewusst sein, dass er mir jetzt eine Reparatur im Wert von über 100 Euro schenkt. Nunja. Immerhin?!

Aber auch an Kalkhoff habe ich mich noch gewandt, weil ich mit dem Agattu XXL HS 27 echt massiv unzufrieden bin und zwei große Materialermüdungen innerhalb nur drei Monaten ja doch wirklich nicht deren ernst sein können. Derby Cycle als Dachfirma antwortete auch recht schnell auf meine sehr ausführliche Beschwerde, verlor aber keine großen Worte: Auf die Kette gingen sie gar nicht ein, alle Tretlager würden im Werk gefettet eingesetzt und für Dinge wie die Bremsen sei laut AGB der Händler zuständig. Außerdem seien die Bremsen auf das zulässige Gesamtgewicht von 170 kg ausgelegt und ausreichend erprobt, hieß es in der extrem knappen Antwort, die gerade einmal drei Sätze abseits der Begrüßung und Verabschiedung umfasste.

Erstmal bin ich froh, dass das Rad nach dem Werkstattbesuch wieder flüssig lief und auch die Bremsen seither still sind. Die Verantwortung tragen wollen aber offensichtlich weder Lucky Bike als Händler, noch Kalkhoff als Hersteller, was mich sehr verärgert. Der schwarze Peter wird offensichtlich lieber hin und her geschoben. In all den Jahren hatte ich mit meinem Aldi-Billig-Fahrrad nicht ansatzweise so viele Probleme wie mit dem Kalkhoff-Rad; ich würde es am liebsten verkaufen und ein neues holen. Wenn ich mir irgendwann einmal ein neues Fahrrad hole, weiß ich nun zumindest aber schon einmal, wo ich es nicht mehr machen werde – und auch welchen Hersteller ich möglichst meide. So groß ist die Auswahl bei meiner Größe ja leider nicht und Raleigh gehört wie Kalkhoff ebenfalls zu Derby Cycle.

Bislang sind alle großen Zwischenfälle geschehen, als ich mal fernab der Heimat unterwegs war. In Kürze geht es mit dem Fahrrad in die Niederlande in den Urlaub. Daher ist dies an dieser Stelle sicher angemessen: To be continued …

(Und weil es so schön ist: Die Tour zum #tworf und auch wieder zurück möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten)

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