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Die Info-Kompetenz des Westdeutschen Rundfunks

© Logos: WDR

Nordrhein-Westfalen wurde von einem heftigen Unwetter heimgesucht, das leider auch Todesopfer forderte. Jörg Kachelmann holt nun kräftig aus und erhebt schwere Vorwürfe gegen den WDR. Dieser habe nicht rechtzeitig gewarnt, Tom Buhrow solle zurücktreten. Und leider hat Kachelmann damit sogar ein wenig recht: Die Info-Kompetenz des WDR ist gerade sonn- und feiertags schon lange mangelhaft.

Das Chaos prägt das Land noch heute, ich musste meinen kleinen Ausflug nach Köln beispielsweise vertagen, weil schlicht kein Zug kam. Das könnte zwar auch gerne in der Bahn-App oder wenigstens irgendwo am Bahnhof stehen, aber ansonsten ist die Informationslage heute ja deutlich besser. Wie immer eben nach einem Unwetter. Ich stimme Kachelmann in puncto Vorwarnung im WDR zwar nicht zu, denn der gesunde Menschenverstand sollte schon ausreichen und der Rundfunk sollte Erwachsene nicht entmündigen. Doch hoffentlich bemerkt nun endlich einmal jemand, wie mies die Informationskompetenz beim WDR am Wochenende ist.

Wenn sonntags oder wie nun an einem Feiertag etwas passiert, dann eher selten im WDR Fernsehen. Die „Aktuelle Stunde“ ist dort abgesehen von der Hauptausgabe der „Tagesschau“ die einzige Nachrichtensendung – und bekommt im Gegensatz zu den anderen sechs Tagen auch nur zwanzig statt vierzig Minuten Sendezeit. Wer am Mittag oder späten Abend informiert werden möchte, der ist hier im WDR schon lange verloren. Am Wochenende sollte man sich nicht beim WDR informieren wollen.




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Denn auch bei kürzer Sendezeit gibt es, es ist ja die „Aktuelle Stunde“, natürlich nicht nur geballte Information. Über „Digit“ können Zuschauer altes Videomaterial digitalisieren lassen – müssen es aber auch für eine Ausstrahlung in der Sonntagsausgabe der „Aktuellen Stunde“ freigeben. Bald fünf Minuten der nur zwanzigminütigen Sendung beschäftigen sich damit. Für Nachrichten gibt es am Ende ja schließlich den Nachrichtenüberblick. Einen ausführlichen Wetterbericht gibt es dann nicht – und gerade den hätte es ja am gestrigen Tag gebraucht. Da wird am falschen Ende gespart. Auch in der Woche gibt es gefühlt immer öfter Service-Beiträge, die mit Nachrichten nur wenig zu tun haben. Klassiker sind hier die Küchenrubrik „Kochalarm“ oder „Wie klappt’s eigentlich mit ..?“, wo schon oft gefragte und oft beantwortete Verbraucherthemen eine weitere Plattform bekommen. Und immer wieder nervt man mit der App zur Sendung, die mittlerweile den Abschluss der Sendung mit einer sinnlosen Umfrage bildet: Die „AKS“ ist mittlerweile mehr Show denn Nachrichten.

… und dann ist da noch diese merkwürdige „Aktuelle Stunde“ an diesem Pfingstmontag, die trotz der sich rasch veränderten Wetterlage auch nur eine lästige Pflicht im Programm der Kölner war. Denn eigentlich hatte das WDR Fernsehen ja die Birlikte-Großveranstaltung live aus Köln übertragen. Da störten Nachrichten natürlich den Ablauf – und so ging es auch in der verkürzten „Aktuellen Stunde“ (Video in der WDR-Mediathek) hauptsächlich um Birlikte, wofür dann auch nochmal eine Extra-Moderatorin vor Ort war. Einfach zu Sabine Heinrich zu schalten, die zuvor bereits vom Birlikte-Festival live berichtete, wäre da zu simpel gewesen. Wir sind der WDR, wir müssen uns auch in Szene setzen.

Dass dabei der Informationsauftrag vergessen wird, kann da schon einmal passieren.

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