Werbung

„Das Kärtchen, bitte“: Der schwierige Start mit der TK

Gesundheitskarte

Nach nur zweieinhalb Monaten endlich da: Meine Gesundheitskarte

Anfang November schrieb ich bereits davon, dass ich meine Krankenversicherung gewechselt habe bzw. mich aufgrund meines fortschreitenden Alters nun selbst versichern muss. Die Chance nutzte ich, um meiner bisherigen Versicherung endlich den Rücken zu kehren und zur Techniker Krankenkasse zu wechseln. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt in meinen Augen dort einfach. Damals hatte ich aber nicht gedacht, dass der Start in die eigene Versicherung mit so erheblichen Komplikationen verbunden ist.

Schon am Tag der Vertragsunterzeichnung übermittelte ich der Techniker meine aktuelle Studienbescheinigung, anderthalb Wochen später wurde ich wieder dazu aufgefordert eine zu übersenden. Mehrfach wurde ich per Post dazu aufgefordert, ein SEPA-Mandat zu erteilen. Das hatte ich allerdings natürlich gleich vor Ort bei der Unterzeichnung gemacht und, ganz kurios, zwischenzeitlich auch bereits eine entsprechende Bestätigung per Post erhalten. Das ist aber alles halb so wild, da hat in der Verwaltung vielleicht die eine Hand schneller gehandelt als die andere.

Was aber wirklich katastrophal war: Die lange Wartezeit auf die Gesundheitskarte. Einen Monat nach Unterzeichnung habe ich mal freundlich per Mail angefragt, wann ich denn die entsprechenden Unterlagen bekommen werde. Ich war tatsächlich langsam sehr ungeduldig, denn mittlerweile war die TK bereits für meinen Versicherungsschutz zuständig, da die alte Versicherung ablief. Was ich wenige Tage später bekommen sollte, traf mit Datum von Anfang Dezember dann leider erst kurz vor Weihnachten bei mir ein. Zur Beruhigung stellte man mir eine Bescheinigung aus, die allerdings auch bis zum Jahresende limitiert war. Mit ihr sollte ich aber problemlos bei Ärzten behandelt werden – und eigentlich, so die TK vor Ort, würde ich noch nicht einmal die benötigen, ein Anruf durch die Praxis beim Arzt soll reichen.




Werbung

Die Realität: Da ich spontan zu meinem Freund nach Greetsiel fuhr, hatte er an Weihnachten natürlich kein Geschenk für mich – dafür überraschte mich die Luftmatratze, auf der wir schliefen, dann umso mehr und überreichte mir ordentliche Rückenschmerzen. Die machten einen Arztbesuch nötig, sodass ich am 30. Dezember den (Vertretungs)Arzt aufsuchte. Es dauerte eine halbe Stunde, bis sie sich durchringen konnten, mich zu behandeln. Schließlich hatte ich ja nur eine Bescheinigung dabei. Absurd wurde es, als eine der Sprechstundenhilfen forderte, noch im laufenden Quartal die entsprechende Gesundheitskarte nachzureichen. Am 30. Dezember, dem letzten regulären Tag des Jahres.

Das Foto war mittlerweile längst per Internet an die TK übermittelt, doch von der Karte hörte ich lange nichts. Auch abgebucht wurde, anders als übrigens per E-Mail behauptet, der Betrag für November noch nicht (was es mir bei der Wohngeldstelle schwierig machte). Tagtäglich nun die Hoffnung, dass die Karte endlich im Briefkasten landet. Irgendwann gab es einen TK-Brief, doch das war nur die freche Beitragserhöhung.

Die Rückenschmerzen gingen nicht weg und die Karte kam nicht, also trat ich Mitte Januar wieder mit der TK per Mail in Kontakt. Das Bild sei erst am 5. Januar übermittelt worden, was freilich überhaupt nicht sein kann. Offenbar wurde über Weihnachten und den Jahreswechsel schlicht nicht gearbeitet. Man versprach mir aber, eine aktuelle Bescheinigung zuzusenden, damit ich trotzdem einen Arzt aufsuchen kann. Das lief leider nach dem Motto: Man kann sich ja mal versprechen. Eine Bescheinigung wurde mir nie zugesandt.

Vor knapp zwei Wochen ging es dann, ohne aktuelle Bescheinigung, für einige Tage in die Pfalz. Und mit mir reisten dann auch bereits leichte Schmerzen in der Bauchregion mit in den Süden der Republik. Die Schmerzen wurden leider Tag für Tag immer stärker, bis ich mich vor lauter Schmerz nicht mehr bewegen konnte und den Tränen nicht mehr nur nahe war – und mein Freund beschloss, dass ich dringlichst ins Krankenhaus muss. Von Glück kann man sagen, dass ich die TK-Bescheinigung für die Uni (mir wurde übrigens erstmal eine ausgestellt, über die im Uni-Sekretariat, ungelogen, gelacht wurde) per Mail zugeschickt hatte und somit in meinem Postausgang zumindest einige Versichertendaten hatte, die er in der Notaufnahme angeben konnte. Diesmal lief alles ohne Probleme, doch in der Apotheke sah es dann anders aus. Vor der Versichertennummer fehlte irgendein Buchstabe, das dringend nötige Antibiotikum wollte sie ihm erst nicht rausgeben. Bis der Kompromis gefasst wurde, den Buchstaben telefonisch nachzureichen.

Von den Schmerzen abgesehen, war ich mittlerweile auch sehr angefressen und fühlte mich extrem im Stich gelassen, sodass ich montags auch sofort zur TK ins Büro ging. Die Karte müsste längst da sein, ich sollte mal zuhause nachschauen, sagte mir die ‚freundliche‘ Mitarbeiterin nur. Immerhin gab sie mir trotzdem noch eine neue Bescheinigung, damit ich am gleichen Tag zumindest wieder zum Arzt hier im Tal gehen kann. Meiner Bitte, das wenigstens mit der Apotheke zu klären, entsprach sie nur mit zögern, schließlich sei sie dafür nicht da. Es steigert mein Vertrauen in diese Versicherung nur bedingt.

Das Ende vom Lied: Natürlich war zuhause im Briefkasten keine Gesundheitskarte. Und auch die eine Woche zuvor versprochene Bescheinigung traf nie ein, was in meinen Augen deutlich schwerwiegender ist. Seit Ende letzter Woche habe ich nun endlich die Gesundheitskarte, zweieinhalb Monate nach Vertragsabschluss. Und nach den schwierigen ersten Monaten überlege ich noch immer, das durch die Beitragserhöhung eingeräumte Sonderkündigungsrecht zu nutzen. Krank bin ich, mit der Warnung jederzeit ins Krankenhaus zu müssen, übrigens noch immer.

Werbung

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*