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Abstrus: RTL, ein „Pick Up“ und lahme Medienhüter

Product Placement im DschungelRTL gehen die Medienhüter gerade auf den Keks: Auch in diesem Jahr warb Leibniz im Dschungelcamp wieder für den Schoko-Keks „Pick Up“ im Rahmen einer Produktplatzierung. So wie schon in den vergangenen Jahren. Die Geschichte hinter dieser Produktplatzierung ist absurd. Geprüft wurde sie nämlich schon einmal – und ausgezeichnet auch.

Es ist mittlerweile eine Tradition im Dschungelcamp: Eine Ausgabe von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ trägt immer das Logo der Produktplatzierung, in der Ausgabe gibt es also wieder eine sehr einfache Schatzsuche und Frage, damit die Camp-Bewohner ihr „Pick Up“ bekommen. War in den vergangenen beiden Jahren so und entsprechend gab es den Snack auch in diesem Jahr wieder. Das ist mittlerweile so sicher wie das Amen in der Kirche. Neu ist diese Produktplatzierung also nicht. Für mich tritt das Produkt zwar in der Tat zu sehr in den Vordergrund, aber gestört hat es nie.




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Bislang zumindest nicht. Im dritten Jahr sieht die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) auf einmal einen Verstoß gegen Werberichtlinien. RTL habe das Produkt zu stark herausgestellt, meint die ZAK. In meiner Erinnerung war es in den vergangenen Jahren nicht anders, da hat die ZAK aber offensichtlich gerne weg geschaut. Oder noch viel abstruser: 2013 wurde die Kampagne sogar beim Product Placement Award MAX, den die baden-württembergische Landesmedienanstalt unterstützt, ausgezeichnet. Einmal super, jetzt auf einmal ein Verstoß?

RTLEs geht aber sogar noch abstruser. Es ist ja gar nicht so, dass das „Pick Up“-Product-Placement bislang gar nicht geprüft wurde. Schon im Jahr 2012 wurde hier nämlich ein Verstoß festgestellt, wie ich an dieser Stelle berichtete. Gestört hat sich die für RTL zuständige NLM aber nur an der auch von mir bemängelten Kennzeichnung: Nach der Werbung wurde nur das Symbol, aber nicht der Infotext eingeblendet. Obwohl man die Ausgabe von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ nach meiner Anfrage prüfen musste und die Werbedominanz damit also mehr als bewusst war, sah man das einzige Problem in der Kennzeichnung, aber nicht im werblichen Charakter. Wie für das „Pick Up“ geworben wird, war also schon seit mehr als zweieinhalb Jahren bekannt. Gestört hat es aber nie jemanden.

Dass man bei RTL nun den Kopf schüttelt, wundert da kaum. In Bezug auf die Medienhüter, deren Desinteresse an der Einhaltung von Regeln und „Schnelligkeit“ kann man dies aber ohnehin zu einem Hobby machen.

Bild: RTL/Stefan Gregorowius, Logo: RTL

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